Nancy: drei Plätze als Hauptstadt der Aufklärung
Nancy überzeugt durch die Präzision seiner städtebaulichen Komposition. Die Stätte besteht aus Place Stanislas, Place de la Carrière und Place d’Alliance, die zwischen 1752 und 1756 unter Leitung des Architekten Emmanuel Héré für Stanislas Leszczynski, den späteren Herzog von Lothringen, entstanden. Gemeinsam verkörpern sie die Idee eines königlichen Platzes als monumentalen, zentralen und öffentlichen Raum. Das Projekt steigerte das Ansehen des Herrschers und schuf zugleich Zugänge zum Rathaus, zu den Gerichten, zum „Palais de Fermes“ und zu weiteren öffentlichen Gebäuden.
Nancy ist keine kleinere Ausgabe von Versailles. Versailles ordnet ein Schlossareal und weit ausgreifende Gartenachsen; Nancy konzentriert seine Wirkung in einem bürgerlich geprägten Stadtensemble, dessen drei Plätze Einheit, Zentralität und öffentlichen Charakter bewahren. Im Detail zeigen sich Hérés geordnete Fassaden, Jean Lamours schmiedeeiserne Gitter, die Brunnen von Neptun und Amphitrite von Guibal sowie der Brunnen von Paul-Louis Cyfflé auf der Place d’Alliance. Ihre Beziehung zueinander erzeugt durch Achsen, Einfassung und gezielt gesetzte Öffnungen eine theatralische Raumfolge. Restaurierungen stützten sich auf wissenschaftliche und technische Untersuchungen, unter anderem an Boden und Fassaden der Place Stanislas sowie am Tribunal und am Héré-Pavillon auf der Place de la Carrière. Der Schutz nach dem Kulturerbegesetz und ein geschützter Bereich bilden den Verwaltungsrahmen.

