Assisi: Franziskanische Stadt und Heiligtumslandschaft auf römischem Fundament
Assisi verbindet als UNESCO-Gut eine Stadt, ihre Basilika, umliegende Heiligtümer und die gewachsene Kulturlandschaft. Die Bergstadt ist Geburtsort des heiligen Franziskus und eng mit dem Franziskanerorden verbunden; ihre Bedeutung erschöpft sich jedoch nicht in der Pilgertradition. Auf ein umbrisch-römisches Siedlungsgefüge folgten mittelalterliche und spätere städtische Schichten. Damit unterscheidet sich Assisi deutlich von einer einzelnen Kirche oder einem isolierten mittelalterlichen Monument.
Das historische Zentrum folgt der terrassierten römischen Stadt und erstreckt sich zwischen Basilica di San Francesco und Basilica di Santa Chiara; an der Spitze liegt die Rocca Maggiore. Außerhalb der Mauern gehören die Einsiedelei Eremo delle Carceri, San Damiano, Rivotorto und die Basilica di Santa Maria degli Angeli in der Ebene zum Gut. Diese Bestandteile erklären seinen seriellen und weitläufigen Charakter: Die franziskanische Geschichte zeigt sich in den Beziehungen zwischen Stadtstruktur, religiösen Ensembles, Verkehrswegen, traditioneller Landnutzung und Landschaft.
Die Basilica di San Francesco bildet mit Werken von Cimabue, Pietro Lorenzetti, Simone Martini und Giotto einen außergewöhnlichen künstlerischen Schwerpunkt. Ebenso wichtig ist die Kontinuität: Die heutige Stadt wuchs auf römischen Fundamenten, mittelalterliche Befestigungen bezogen antike Strukturen ein, und römische Straßen sowie Flurteilungen bestehen außerhalb der Mauern in angepasster Form fort. Die Authentizität ist hoch; Erdbeben und Tourismus gelten als Belastungen. Die religiöse Nutzung und der jeweils eigene Charakter der Außenstandorte verdienen besondere Rücksicht.
