Kew: Gartenkunst im Dialog mit der Botanik
Royal Botanic Gardens, Kew verdankt seinen UNESCO-Rang der Verbindung von Landschaftsgestaltung, Architektur und botanischen Sammlungen. Die 1759 angelegten Gärten leisten bis heute einen Beitrag zur Pflanzenvielfalt, Pflanzensystematik und Wirtschaftsbotanik. Kew ist daher kein rein dekorativer Park: Konservierte und lebende Pflanzen sowie Dokumente gehören gleichermaßen zur Identität und wissenschaftlichen Aufgabe der Stätte.
Im Gelände lassen sich Schichten von Charles Bridgeman, William Kent, William Chambers, Lancelot „Capability“ Brown und William Nesfield erkennen. Die Geschichte verteilt sich über Orangery, Queen Charlotte’s Cottage, Zierteich, Herbarium, Sichtachsen, Folly-Tempel sowie das Palm House und das Temperate House mit ihren Eisenkonstruktionen. Die Glashäuser wurden zu Vorbildern für Wintergärten weltweit. Zugleich wandelte sich der Ort vom königlichen Rückzugsgebiet zum nationalen botanischen Garten und zur modernen Naturschutzinstitution.
Auch die Lage an den südwestlichen Ausläufern der Themse ist Teil des Kontexts. Blicke auf Syon Park House, Kew Green und die umgebende Kulturlandschaft erweitern das Bild. Die Karte sieht drei bis fünf Stunden vor. Kew Gardens ist der nächstgelegene praktische Bahnknoten, von dort folgt ein kurzer Fußweg. Ein Gartenticket im Voraus wird empfohlen; für einzelne Gebäude und Sammlungen sollten die aktuellen Zugangsinformationen geprüft werden.
