Materas Sassi: Höhlensiedlung und Landschaft der Murgia
Die Sassi und der Park der Felsenkirchen von Matera bilden eine Siedlungs- und Landschaftsstätte. Der 1993 nach den Kriterien (iii), (iv) und (v) eingetragene Bereich umfasst 1.016 Hektar in der Basilikata und mehr als tausend Wohnungen, Geschäfte und Werkstätten. Häuser, Kirchen, Klöster und Einsiedeleien liegen in natürlichen Höhlen der Murgia, eines von Schluchten, Felsen und tiefen Bruchspalten durchzogenen Kalkplateaus.
Matera ist nicht mit einer oberirdisch errichteten historischen Steinstadt gleichzusetzen. Die Bedeutung beruht auf der über sehr lange Zeiträume währenden Anpassung der Besiedlung an das Gelände. Die erste bewohnte Zone stammt aus dem Paläolithikum; die Stätte dokumentiert eine kontinuierliche Besiedlung über mehrere Jahrtausende. Im historischen Zentrum bestehen die Bereiche Sasso Caveoso und Sasso Barisano mit der Civita dazwischen fort, ergänzt durch Casalnuovo und die spätere städtische Achse Piano. Auf der anderen Seite der Schlucht erweitert der Park das Ensemble um Felsenkirchen, von Brunnen geprägte Hirtenwege und befestigte Gutshöfe.
Auch die jüngere Geschichte gehört zum Verständnis des Ortes. In den 1950er-Jahren wurde die Bevölkerung der Sassi aus Gründen der Hygiene umgesiedelt; die anschließende Aufgabe führte zu Verfall. Seit den 1980er-Jahren brachte die Rückkehr von Bewohnern traditionelle Nutzung und Funktion zurück. Eine Pufferzone schützt die unmittelbare Umgebung. Nationale Denkmalschutzregeln und die kommunale Verwaltung nach Gesetz 771/1986 bestimmen Sanierung und genehmigte Eingriffe.
