Bordeaux, Port de la Lune: eine bewohnte Stadt des Austauschs
Bordeaux, Port de la Lune, steht für eine lebendige historische Stadt und nicht für ein einzelnes Monument. Die Hafenlandschaft im Südwesten wurde 2007 nach den kulturellen Kriterien (ii)(iv) eingetragen. Anerkannt werden mehr als zweitausend Jahre des Austauschs sowie ein städtebauliches und architektonisches Ensemble, das sich besonders durch die Veränderungen seit dem frühen 18. Jahrhundert herausgebildet hat. Die Identität der Stadt bleibt mit dem Handel und ihrer Rolle als Hauptstadt einer Weinregion verbunden.
Im Zentrum steht die Kontinuität der Stadtgestalt. Grundriss und Architektur von Bordeaux dokumentieren Erweiterungen und Erneuerungen von der Römerzeit bis ins 20. Jahrhundert. Klassische und neoklassizistische Ensembles verleihen der Stadt eine bemerkenswerte Einheit, ohne dass über mehr als zwei Jahrhunderte ein stilistischer Bruch entstand. Die fortdauernde Funktion des Hafens als Ort des Austauschs erklärt, weshalb die Eintragung eine bewohnte historische Stadt und keine konservierte Zeitszene umfasst.
Die Stadtgeschichte lässt sich räumlich verfolgen: In ihrem Plan bleiben die aufeinanderfolgenden Entwicklungsstufen der Hafenstadt lesbar – vom römischen Castrum bis zu späteren Erweiterungen. Die historische Stadt zählt 347 denkmalgeschützte Gebäude. Ihr Schutz verbindet einen Erhaltungs- und Aufwertungsplan mit einer Pufferzone und geteilter Verantwortung auf nationaler, regionaler und kommunaler Ebene. Bordeaux erschließt sich daher im Zusammenspiel von Straßen, Bauten und Freiräumen.

