Die Arkaden von Bologna: städtisches Leben in zwölf Ensembles
In Bologna wird eine alltägliche Handlung – das Bewegen durch die Stadt – zum Gegenstand des Welterbes. Die 2021 nach Kriterium (iv) eingetragene Stätte umfasst zwölf ausgewählte Ensembles innerhalb der Gemeinde Bologna. Sie stehen für ein weitaus größeres Netz von Arkadengängen mit insgesamt 62 Kilometern Länge. Das UNESCO-Gut ist daher nicht mit jeder Arkade gleichzusetzen, die in der Stadt zu sehen ist.
Seine Eigenart liegt in Vielfalt und Kontinuität. Die ausgewählten Beispiele bestehen aus Holz, Stein, Ziegel oder Stahlbeton und überdecken Straßen, Plätze, Wege und Gehsteige auf einer oder auf beiden Seiten. Manche bilden durchgehende Passagen, andere gehören zu arkadierten Gebäuden, die von den Nachbarbauten getrennt stehen. Arbeiterwohnungen, aristokratische Residenzen, öffentliche und religiöse Gebäude zeigen, wie die Bauform unterschiedlichen Teilen der Stadtgesellschaft diente. Der Stahlbeton des 20. Jahrhunderts, besonders im Viertel Barca, beweist, dass die Tradition weiterentwickelt wurde.
Achten Sie auf das Verhältnis zwischen Architektur und öffentlicher Nutzung. Die Arkaden befinden sich weiterhin in Privatbesitz, stehen aber der Allgemeinheit offen. Sie bieten geschützte Wege und Räume für Handel und fördern den Austausch zwischen Bürgern, Migranten und Studierenden. Eine mit dem Statut von 1288 verbundene Ordnung begünstigte diese Entwicklung; die Tradition reicht vom 12. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Bologna ist daher mehr als eine besichtigte Fassade: Zum Wert der Stätte gehört auch, wie ihre Räume genutzt werden.
