Syrakus und Pantalica: Stadt, Theater und Felsgräber
Syrakus und die Felsnekropole von Pantalica verbinden zwei sehr unterschiedliche Schauplätze zu einem gemeinsamen Kulturerbe. Das antike Syrakus umfasst Ortygia, den historischen Stadtkern auf einer seit etwa 3.000 Jahren bewohnten Insel, sowie das archäologische Areal von Neapolis. Pantalica liegt 40 km entfernt auf einem felsigen Hochplateau. Die UNESCO führt die Stätte als serielle Eintragung mit drei Bestandteilen und würdigt eine Kultur- und Architekturgeschichte, die von der griechischen Antike bis zum Barock reicht.
In Ortygia und Neapolis wird die Überlagerung von Stadt und Monument besonders anschaulich. Ortygia bewahrt den dorischen Apollontempel und den Athenatempel, der später als Kirche genutzt und als barocker Dom neu gestaltet wurde. Neapolis umfasst ein griechisches Theater, ein römisches Amphitheater, Heiligtümer, Latomien und das sogenannte Grab des Archimedes. Im historischen Stadtbild sind griechische, römische, byzantinische, arabisch-muslimische, normannische, staufische, aragonische, bourbonische und Einflüsse des Königreichs beider Sizilien erkennbar. Die Stätte ist daher weit mehr als ein griechisches Ausgrabungsfeld.
Pantalica setzt den entscheidenden Kontrast. Mehr als 5.000 Gräber wurden nahe offenen Steinbrüchen in den Fels gehauen; die meisten stammen aus dem 13. bis 7. Jahrhundert v. Chr. Hinzu kommen zugehörige Siedlungen und die Fundamente des byzantinischen Anaktoron, des Fürstenpalasts. Die Felsdörfer und die Landschaft der Nekropole gelten als intakt, während die wichtigsten historischen und archäologischen Strukturen von Syrakus im städtischen Umfeld gut erhalten sind. Beide Teile sollten als unterschiedliche Erfahrungen geplant werden; ein Besuch im Stadtzentrum steht nicht stellvertretend für die gesamte Eintragung.
