Ätna: eine aktive Vulkanlandschaft unter strengem Schutz
Der Ätna ist ein Naturerbe, dessen Bedeutung in den fortdauernden geologischen Prozessen liegt. Die Eintragung erfolgte 2013 nach Kriterium (viii). Die Stätte umfasst 19.237 unbewohnte Hektar im höchsten Bereich des Vulkans an der Ostküste Siziliens. Der Ätna ist der höchste Berg einer Mittelmeerinsel und der weltweit aktivste Stratovulkan. Seine Eruptionsgeschichte lässt sich über 500.000 Jahre zurückverfolgen; menschliche Aufzeichnungen belegen mindestens 2.700 Jahre Aktivität.
Zum anerkannten Landschaftsbild gehören Gipfelkrater, Schlackenkegel, Lavaströme, Lavahöhlen und die Senke Valle de Bove. Diese Formen machen den Ätna für Forschung und Bildung bedeutsam; zugleich tragen seine vulkanischen Prozesse terrestrische Ökosysteme mit endemischer Flora und Fauna. Der Vulkan zählt zu den am besten erforschten und überwachten der Welt. Im weiteren Schutzgebiet befinden sich mehr als 50 kleine seismische Messstationen und ein wissenschaftliches Observatorium.
Das UNESCO-Gebiet ist nicht mit der touristischen Infrastruktur der Pufferzone gleichzusetzen. Die eingetragene Fläche hat keine ständige Bevölkerung, ist straßenfrei und ausschließlich Forschung und Erholung vorbehalten. Wald- und Bergwege sind begrenzt; der Fahrzeugverkehr wird für Management und genehmigte Aktivitäten kontrolliert. Eine 26.220 Hektar große Pufferzone umfasst Tourismusbereiche mit Unterkünften, Restaurants, Seilbahn und Liften. Für Zugang, organisierte Aktivitäten und Sicherheitsbedingungen sind vor dem Aufbruch die aktuellen Angaben des Parks oder der zuständigen Behörden zu prüfen.
