Aquileia: Eine römische Stadt unter und über der Erde
Aquileia vereint einen ungewöhnlich umfassenden archäologischen und frühchristlichen Befund. Die römische Stadt wurde 181 v. Chr. am nördlichen Ende der Adria am Fluss Natissa gegründet und entwickelte sich zu einem Handelszentrum zwischen Mittelmeer und Mitteleuropa. Das UNESCO-Gut umfasst sowohl das archäologische Gebiet als auch die Patriarchalbasilika. Urbane, wirtschaftliche und religiöse Zeugnisse erscheinen dadurch in einem Zusammenhang, statt die Basilika als eigenständige Sehenswürdigkeit zu behandeln.
Das archäologische Areal erstreckt sich über 155 Hektar. Es enthält Teile des Forums und der Gerichtsbasilika, spätantike Speicher, Thermen, Wohnanlagen, einen Friedhof und Reste der spätrömischen Mauern. Besonders aussagekräftig sind die Hafenanlagen: Lagerhäuser und Kais ziehen sich am Flussufer entlang und wurden in Befestigungen des 4. Jahrhunderts einbezogen. Große Teile des Amphitheaters und des Circus liegen noch unter der Erde; beträchtliche Flächen der antiken Stadt befinden sich weiterhin unter dem modernen Ort und landwirtschaftlich genutztem Land.
Die Patriarchalbasilika konzentriert den visuellen Eindruck des Guts. Ihr imposanter Mosaikfußboden stammt aus der frühchristlichen theodorischen Kirche. Durch Umbauten zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert kamen romanische und gotische Formen hinzu. Zugleich verweist die Basilika auf Aquileias Rolle bei der Christianisierung Mitteleuropas und seine frühere Bedeutung als Patriarchensitz. Wasserschäden, Überschwemmungen, Grundwasser und Verkehr gelten als Managementprobleme; die aktuelle Konservierung folgt dem Prinzip des minimalen Eingriffs.
