Venedig und seine Lagune: eine Stadt, die vom Wasser lebt
Venedig und seine Lagune gehören auf diese Karte, weil die UNESCO Stadt und Lagune als eine Kulturlandschaft anerkennt – nicht als getrennte städtische und natürliche Attraktionen. Venedig entstand im 5. Jahrhundert auf 118 kleinen Inseln. Aus Siedlungen auf Torcello, Jesolo und Malamocco entwickelte sich bis zum 10. Jahrhundert eine bedeutende Seemacht. Die Bedeutung der Stätte liegt im Zusammenspiel menschlicher Erfindungskraft mit einer sich wandelnden Lagunenlandschaft.
Diese Anpassung prägt das Stadtbild. Zusammengewachsene Inseln wurden zu einem urbanen System aus Canal Grande, Giudecca-Kanal, Markuskanal und kleineren Rii; zugleich bewahrte die weite Lagune Siedlungen vom Fischerort bis zur Stadt und die Handwerkergemeinschaft von Murano. Piazza San Marco, Dogenpalast, große Kirchen, Scuole, Wohnhäuser, Hospitäler und karitative Einrichtungen zeigen, wie Architektur auf die besonderen Bedingungen einer Wasserstadt reagierte.
Wer über das monumentale Zentrum hinausblickt, entdeckt eine deutlich größere Welterbestätte. Der Dom von Torcello, Santa Maria della Salute, San Giorgio Maggiore, Frari und San Rocco liegen in einer Landschaft aus Schlickflächen, Inseln, Pfahlbauten, Fischerdörfern, Reisfeldern und archäologischen Stätten rund um Altinum. Die Lagune ist daher keine bloße Kulisse: Ihr Ökosystem und ihre Siedlungen gehören untrennbar zur Stätte. Der 1987 nach den Kriterien (i), (ii), (iii), (iv) und (v) als Kulturerbe eingetragene Ort erschließt sich erst im Zusammenspiel von Meisterwerken und lebendiger Geografie.
