Lombardische Macht in sieben architektonischen Kapiteln
Longobards in Italy. Places of the Power (568-774 A.D.) ist keine einzelne Sehenswürdigkeit, sondern eine serielle Welterbestätte. Ihre sieben Gruppen aus Festungen, Kirchen und Klöstern verteilen sich über die italienische Halbinsel und bewahren das bauliche und künstlerische Erbe der Langobarden in Italien. Die Eintragung erfolgte 2011 nach den Kriterien (ii) und (iii).
Ihre Bedeutung liegt in einer Synthese: Lombardische Bauten verbinden das Erbe des antiken Rom, christliche Spiritualität, byzantinische Einflüsse und Traditionen des germanischen Nordeuropas. Kontakte zur byzantinischen, hellenistischen und vorderasiatischen Welt erweiterten das Spektrum monumentaler Formen und Nutzungen. So entstand kein einheitlicher Baustil, sondern ein vielfältiges Ensemble, in dem weltliche und religiöse Gebäude die Macht einer langobardischen Elite sichtbar machen.
Die Stätte gehört zugleich zur Geschichte des mittelalterlichen Christentums. Die Langobarden stärkten das Mönchtum, trugen durch die Verehrung des heiligen Michael zur Entstehung eines frühen Pilgerziels am Monte Sant’Angelo bei und förderten die Weitergabe literarischer, technischer, wissenschaftlicher, historischer und rechtlicher Werke der Antike. Die Serie ist deshalb mehr als eine Burg- oder Kirchenroute: Ihre Bedeutung entsteht aus den Verbindungen von politischer Herrschaft, Religion, künstlerischem Austausch und Wissen. Die einzelnen Bestandteile werden jeweils eigenständig verwaltet; koordiniert werden sie über das Vereinsnetzwerk Italia Langobardorum.
