Die entlegene Meereswelt der Französischen Süd- und Antarktisgebiete
Die Französischen Süd- und Antarktisgebiete erweitern Frankreichs UNESCO-Erbe weit über das Festland hinaus. Die serielle Naturstätte umfasst den Crozet-Archipel, die Kerguelen-Inseln, die Inseln Saint-Paul und Amsterdam sowie 60 kleine subantarktische Inseln. Sie liegt zwischen dem 37. und 50. südlichen Breitengrad, bedeckt mehr als 1.662.000 Quadratkilometer und ist Tausende Kilometer von jedem Kontinent entfernt. Ausdehnung und Abgeschiedenheit sind für das Verständnis der Eintragung wesentlich.
Ihre Bedeutung entsteht aus dem Zusammenspiel von Meeresbedingungen und Tierwelt. Das Zusammentreffen von drei Meeresfronten und großen Kontinentalschelfen erzeugt besonders produktive Gewässer und ein artenreiches Nahrungsnetz im Südlichen Ozean. Diese Bedingungen tragen eine der weltweit höchsten Konzentrationen und größten Artenvielfalten mariner Vögel und Säugetiere. Die UNESCO nennt mehr als 50 Millionen Vögel aus bis zu 47 Arten, darunter die größten Populationen von Königspinguinen und Gelbnasenalbatrossen weltweit, sowie endemische Arten wie den Amsterdam-Albatros.
Anders als der Golf von Porto ist dies kein überschaubares Küstenreservat, das sich vor allem über Felsen, Macchie und klares Wasser erschließt. Es handelt sich um ein riesiges Meeres- und Inselsystem, das ökologische Prozesse, Brutgebiete und Biodiversität schützt und für Forschung und die langfristige Beobachtung des globalen Wandels bedeutsam ist. Die Gebiete werden durch ein Naturschutzgebiet und wissenschaftliches Engagement verwaltet. Der Karteneintrag steht stellvertretend für eine dreiteilige Stätte im Maßstab des Ozeans, nicht für einen gewöhnlichen Zugangspunkt.

