Äolische Inseln: Naturraum und Labor des Vulkanismus
Die Äolischen Inseln unterscheiden sich grundlegend von den urbanen Welterbestätten dieses Guides. Die UNESCO trug die Isole Eolie 2000 als Naturstätte nach Kriterium (viii) ein. Anerkannt werden die Inseln als herausragendes Zeugnis der Entstehung und Zerstörung vulkanischer Inseln sowie fortdauernder vulkanischer Prozesse. Es geht daher um geologische Vorgänge und wissenschaftlichen Wert, nicht um historische Architektur, Stadtplanung oder Kunstsammlungen.
Erkennbar wird ihre Bedeutung an der vulkanischen Aktivität, durch die Inseln aufgebaut und wieder zerstört wurden. Die UNESCO nennt vulkanianische und strombolianische Eruptionen als Beispiele, die die Inseln der Vulkanologie liefern. Seit mindestens dem 18. Jahrhundert werden sie wissenschaftlich untersucht; mehr als 200 Jahre lang spielten sie eine wichtige Rolle in der Ausbildung von Geologen.
Die Stätte sollte nicht mit einer Kulturlandschaft verwechselt werden, nur weil sie als Inselreiseziel besucht wird. Ihre Bedeutung ist naturkundlich und prozessbezogen; laut Eintrag bereichert sie die Vulkanologie weiterhin. Auf der Karte bildet sie den notwendigen Kontrast zu Rom, San Gimignano, Siena, Pienza, Urbino und Ivrea: Dort werden Gebäude, Straßen, Mauern oder soziale Entwürfe gelesen, hier Landformen und fortdauernde vulkanische Erscheinungen. Bei der Planung sollten aktuelle Bedingungen berücksichtigt werden. Nicht jedes vulkanische Merkmal und nicht jeder Bereich ist jederzeit gleichermaßen zugänglich; aktuelle lokale Informationen sind daher maßgeblich.
