Versailles: Schloss, Park und die Infrastruktur des Hoflebens
Versailles ist die passende Wahl für alle, die sich für die geplante Darstellung der Monarchie und das Verhältnis von Residenz, Zeremoniell und Macht interessieren. Von Ludwig XIV. bis Ludwig XVI. war es die wichtigste Residenz der französischen Könige. Über anderthalb Jahrhunderte prägten mehrere Generationen von Architekten, Bildhauern, Malern, Dekorateuren und Gartenkünstlern die Anlage. Die UNESCO würdigt Schloss und Park als Kulturstätte, deren künstlerische Leistung in Maßstab, Qualität und Eigenständigkeit des gesamten Ensembles liegt.
Anders als das unregelmäßig gewachsene Fontainebleau folgt Versailles einer klaren architektonischen und landschaftlichen Komposition. Zur eingetragenen Stätte gehören das Schloss, die Trianon-Schlösser und ihre Gärten sowie ein schmaler Streifen, der die Sichtachse vom Ende des Grand Canal bewahrt. Innenräume und Landschaft funktionieren als zusammenhängendes System: Der Spiegelsaal, die Königliche Kapelle, die Orangerie, die Trianon-Gebäude und Le Nôtres axiales Gartensystem tragen gemeinsam zu einem Modell bei, das königliche Residenzen und Gärten in anderen Teilen Europas beeinflusste. Versailles war außerdem ein Arbeitsort der höfischen Kultur mit Musik, Theater, dekorativer Kunst und wissenschaftlicher Präsentation. Nach der Revolution wurde es zum Museum; der Staat führt die Erhaltung im Rahmen des Denkmalschutzes fort.

