Orange: römische Bühne und imperiale Botschaft
In Orange zeigen zwei unterschiedliche Monumente gemeinsam, wie römische Architektur und politische Bildsprache in einer Provinzstadt wirkten. Die serielle Kulturstätte wurde 1981 eingetragen. Ihr Theater im Rhônetal bewahrt die wesentlichen Bestandteile eines von Vitruv beschriebenen lateinischen Theaters: halbkreisförmige Sitzreihen, seitliche Zugänge und eine außergewöhnlich gut erhaltene Bühnenwand mit seitlichen Paraskenien. Die 103 Meter lange und 37 Meter hohe Fassade macht den Bau als architektonische Einrichtung für öffentliche Aufführungen verständlich – nicht bloß als antike Ruine.
Der zweite Bestandteil ist der römische Triumphbogen von Orange, der zwischen 10 und 25 n. Chr. errichtet wurde. Seine Reliefs rücken militärische und imperiale Themen in den Vordergrund: keltische Waffen, gefesselte Figuren, mit Actium verbundene maritime Elemente sowie Kämpfe zwischen römischer und keltischer Reiterei und Infanterie. Dadurch unterscheidet sich Orange von einer Stätte, die ausschließlich der Theaterarchitektur gewidmet wäre. Beide Monumente wurden später anders genutzt und verändert. Das Theater wurde 391 auf kaiserlichen Erlass geschlossen, später aufgegeben und ab 1825 restauriert; der Bogen wurde zu einer Festung umgebaut und im 19. Jahrhundert restauriert. Zur Stätte gehören der Hügel Saint-Eutrope und bekannte Überreste im Umfeld des Theaters; der Denkmalschutz und eine 500-Meter-Pufferzone bilden den heutigen Rahmen.

